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DGB-Ausbildungsreport 2026: Starke Interessenvertretung im Betrieb sichert gute Ausbildung
Dies sind Ergebnisse des neuen Ausbildungsreports der DGB-Jugend, der heute in Berlin vorgestellt wurde.
Ausbildungsmarkt: Verantwortung fair verteilen
So wichtig gute Ausbildungsbedingungen im Betrieb sind: Für viele junge Menschen bleibt schon der Weg in eine Ausbildung mit Hürden verbunden. Weniger als 19 Prozent der Betriebe bilden aus – mit spürbaren Folgen für zu viele Jugendliche, die keinen Ausbildungsplatz finden. Gleichzeitig klagen Unternehmen über Fachkräftemangel. Die Lösung wäre eine umlagefinanzierte Ausbildungsplatzgarantie, die Ausbildungskosten solidarisch verteilt, ausbildende Betriebe stärkt und alle Betriebe in die Verantwortung nimmt. So etwas gibt es bereits im Bauhauptgewerbe und in den Ländern Bremen und Berlin. Notwendig wäre es aber für weitere Branchen und bundesweit.
Ausbildungsqualität: Gute Bedingungen sichern Ausbildungserfolg
Im Ausbildungsalltag zeigen sich weiterhin klare Handlungsbedarfe. Mehr als ein Drittel der Auszubildenden leistet regelmäßig Überstunden (35,4 Prozent). 16,3 Prozent müssen "immer" oder "häufig" Tätigkeiten erledigen, die nicht Bestandteil ihrer Ausbildung sind und nicht dem Lernerfolg dienen. Dabei steigen Motivation, Zufriedenheit und die Chancen auf einen erfolgreichen Abschluss dort, wo die Ausbildung gut organisiert ist.
Mehr Azubis mit Zukunftsängsten - verlässliche Perspektiven sind überfällig
Auch bei der Übernahme braucht es mehr Verlässlichkeit. Mehr als ein Drittel der Auszubildenden (37,1 Prozent) im letzten Ausbildungsjahr weiß kurz vor dem Abschluss immer noch nicht, ob der Betrieb sie übernimmt. Ob junge Menschen eine Chance auf Übernahme haben, hängt dabei stark von Branche und Betrieb ab – und damit oft vom puren Zufall.
Dabei sollte Ausbildung genau das sein: ein verlässlicher Einstieg in eine sichere berufliche Zukunft. Wer kurz vor dem Abschluss nicht weiß, ob es im Betrieb weitergeht, braucht Klarheit und Planungssicherheit. Umso wichtiger sind starke Tarifverträge, die gute Bedingungen sichern und Übernahmefragen regeln.
Schwerpunkt mentale Gesundheit: Ansprechpersonen machen den Unterschied
Diesjähriger Schwerpunkt des Ausbildungsreports ist die mentale Gesundheit von Auszubildenden. Die Hälfte (50,6 Prozent) der Befragten gibt an, psychische Belastungen zu erleben. Mentale Gesundheit hängt dabei eng mit der Qualität der Ausbildung zusammen, besonders deutlich wird das bei der Betreuung: Sind Ausbilder*innen immer verfügbar, fühlen sich nur 8,5 Prozent der Auszubildenden hoch belastet. Sind sie selten oder nie erreichbar, sind es 36 Prozent.
Abgefragt wurden Belastungen durch verschiedene Arbeitsanforderungen und -bedingungen: Gut 21 Prozent der Befragten klagen etwa über Leistungs- und Zeitdruck, 19,6 Prozent über Personalmangel im Ausbildungsbetrieb, etwa wenn Anleitung fehlt oder Auszubildende Aufgaben übernehmen müssen, denen sie noch nicht gewachsen sind – sowie 19,2 Prozent über Verantwortungsdruck.
Erfasst wurden außerdem Belastungen im Privatleben: Durch die finanzielle Situation fühlen sich 49,9 Prozent, und durch eine schwierige Wohnsituation 35 Prozent belastet. Auch Nebenjobs, die Pflege von Angehörigen und Kindererziehung wurden als Belastungsfaktoren abgefragt; sie belasten jeweils knapp jede*n zehnten Auszubildenden.
Umso wichtiger ist eine verlässliche Unterstützung, wenn Belastungen auftreten. Aber ein Großteil der psychisch belasteten Auszubildenden (41,7 Prozent) hat niemandem, um über die Probleme sprechen zu können. Helfen würden niedrigschwellige Ansprech- und Beratungsangebote, die in solchen Situationen für die Azubis verfügbar sind. Dazu gehören auch verpflichtende Fortbildungen zu mentaler Gesundheit für Ausbilder*innen.
Finanzielle Sicherheit ist Grundvoraussetzung für gute Ausbildung
Finanzielle Belastungen spielen für viele Auszubildende eine große Rolle. 65,3 Prozent der Befragten geben an, von ihrer Ausbildungsvergütung "weniger gut" oder "gar nicht" selbstständig leben zu können. Fast ein Drittel ist auf zusätzliche finanzielle Hilfe der Eltern angewiesen, etwa jede*r Achte geht neben der Ausbildung einem Nebenjob nach.
Wer eine Ausbildung beginnt, braucht allerdings eine Vergütung, die zum Leben reicht. Die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung bietet dafür bislang keinen ausreichenden Schutz. Gerade angesichts steigender Mieten und Lebenshaltungskosten ist die Bundesregierung gefordert, für eine höhere gesetzliche Mindestausbildungsvergütung zu sorgen. Finanzielle Hürden dürfen nicht darüber entscheiden, ob junge Menschen ihren Wunschberuf erlernen können.
Die Forderungen der DGB-Jugend auf einem Blick:
- Fort- und Weiterbildungen zu mentaler Gesundheit für Ausbildungspersonal und Berufsschullehrkräfte
- Mindestausbildungsvergütung erhöhen auf mindestens 80 Prozent der durchschnittlichen tariflichen Ausbildungsvergütung über alle Branchen hinweg
- Azubiwohnheime mit sozialpädagogischer Begleitung bundesweit auszubauen
- Die unbefristete Übernahme aller Auszubildenden nach erfolgreichem Abschluss sicherstellen. Ausbildung braucht verlässliche Perspektiven
Der ausführliche Ausbildungsreport 2026, Schwerpunkt: Mentale Gesundheit
Der Ausbildungsreport 2026 zusammengefasst ("Factsheet")


