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Positionierung innerhalb der IG BAU kontrovers diskutiert: Unser Beitrag zur FSC-Standardrevision

Waldbewirtschaftung
(Foto: Siegfried Walz)
18.09.2026
Forst und Naturschutz

Die Überarbeitung des Deutschen FSC-Standards befindet sich in einer entscheidenden Phase. Als Mitglied der Sozialkammer von FSC Deutschland begleitet die IG BAU diesen Prozess aktiv und bringt die Interessen der Beschäftigten in der Forstwirtschaft ein. Ziel bleibt eine Waldbewirtschaftung, die ökologische Verantwortung, wirtschaftliche Anforderungen und gute Arbeitsbedingungen miteinander verbindet.

Zu Beginn der Diskussion sorgte insbesondere die Frage der Rückegassenabstände und des Anteils dauerhaft befahrener Waldflächen für intensive Debatten. Aus Sicht der IG BAU bestand die Gefahr, dass Arbeitsschutzargumente genutzt werden könnten, um eine weitere Ausweitung vollmechanisierter Ernteverfahren zu begründen. Deshalb hat eine Arbeitsgruppe der IG BAU bereits im März 2026 eine Positionierung erarbeitet und an FSC Deutschland übermittelt. Darin sprechen wir uns für die Beibehaltung der bestehenden Regelungen, für den Schutz der Waldböden sowie für den Erhalt qualifizierter Facharbeit im Wald aus.

Unsere nachfolgende Positionierung hat sowohl außerhalb als auch innerhalb unserer Organisation intensive Diskussionen ausgelöst. Nicht alle Mitglieder teilen die darin vertretenen Auffassungen. Auch einzelne Bezirksfachgruppen sowie Landesvertretungen, insbesondere in Niedersachsen, haben sich kritisch mit den Inhalten auseinandergesetzt oder sich von Teilen des Papiers distanziert. Diese unterschiedlichen Sichtweisen spiegeln die Vielfalt der Erfahrungen und Rahmenbedingungen in den verschiedenen Regionen und Betrieben wider. Die IG BAU versteht diesen Meinungspluralismus als wichtigen Bestandteil einer lebendigen gewerkschaftlichen Debatte.

Auch wenn die Positionierung innerhalb der IG BAU kontrovers diskutiert wurde, zeigt der aktuelle Entwurf des FSC Deutschland-Standards, dass wesentliche Anliegen des Papiers Eingang in die weitere Diskussion gefunden haben. Insbesondere bei den Regelungen zur Feinerschließung und zum Bodenschutz setzt der Richtlinienausschuss weiterhin auf die bestehenden Standards und bewertet die bisherigen Erfahrungen mit den maximal 13,5 Prozent befahrener Waldfläche ausdrücklich positiv.

Mit der nachfolgenden Veröffentlichung dokumentieren wir die Position der IG BAU aus dem Frühjahr 2026. Auch wenn sich die Diskussion inzwischen weiterentwickelt hat, verdeutlicht das Papier die Grundsätze, von denen wir uns im Revisionsverfahren leiten lassen: sichere Arbeit, qualifizierte Beschäftigung, gesunde Waldböden und eine nachhaltige Entwicklung unserer Wälder. Gleichzeitig verstehen wir die Veröffentlichung als Einladung zum fachlichen Austausch über die Zukunft der Waldarbeit und der nachhaltigen Waldbewirtschaftung.

Waldbewirtschaftung
(Foto: Siegfried Walz)
Verschneiter Wald
(Foto: Siegfried Walz)

Der inzwischen vorliegende Entwurf des Deutschen FSC-Standards zeigt, dass sich die beteiligten Kammern in zentralen Punkten angenähert haben. Die bisherigen Vorgaben zur Feinerschließung und zum maximalen Befahrungsanteil sollen nach aktuellem Stand erhalten bleiben. Gleichzeitig wurden zahlreiche weitere Themen aus den Bereichen Arbeitsschutz, Qualifikation, Entlohnung, Naturschutz und Waldentwicklung überarbeitet.

Wir freuen uns über Anregungen, Kritik und Diskussionsbeiträge unserer Mitglieder unter [Bitte aktivieren Sie Javascript].


Text: Simon Horstmann, Kampagnenleiter WALD KLIMA SCHUTZ