Ein Baum in einer zersprungenen Glaskugel
(Foto: Pixabay)
20.05.2026
Forst und Naturschutz

Der Waldzustandsbericht 2026 zeigt deutlich: Wir stehen weiterhin vor enormen Herausforderungen – Klimawandel, Waldumbau sowie steigende Anforderungen an Nutzung, Schutz und Erholung. Ein Lichtblick ist, dass der Waldumbau erste Wirkungen zeigt.

Die Debatten über den Wald werden häufig technisch oder rein ökologisch geführt – das ist wichtig und notwendig. Doch eine zentrale Frage bleibt oft unbeachtet: Wer leistet eigentlich diese Generationenaufgabe des Waldumbaus?

Welche Menschen, Tätigkeiten und Rahmenbedingungen sind notwendig, um diese Herausforderungen zu bewältigen? Und wie steht es um die personelle Ausstattung?

Die Forstgewerkschaft IG Bauen-Agrar-Umwelt weist seit Jahren auf die Folgen von Personaleinsparungen hin. Insbesondere im öffentlichen Forst haben sie zu einer enormen Arbeitsverdichtung geführt. Gleichzeitig hat der Klimawandel – verstärkt durch die extremen Trockenjahre 2018 bis 2020 – die Belastung und Risiken der Arbeit im Wald deutlich erhöht, durch Totholz, Hitze und neue Vektorerkrankungen.

Zwar wurde in der Vergangenheit auf die sichtbaren Waldschäden mit finanziellen Mitteln reagiert, und auch Personal wurde eingestellt. Doch de facto konnten damit vielfach lediglich Altersabgänge ausgeglichen werden – oft unzureichend.

Aktuell führen multiple Krisen erneut zu Sparzwängen. In einigen Bundesländern werden freiwerdende Stellen nicht nachbesetzt. Gleichzeitig verliert der öffentliche Dienst an Attraktivität, insbesondere aufgrund unzureichender Bezahlung für Forstwirtinnen und Forstwirte.

Der Waldzustandsbericht macht deutlich: Nur, wenn wir die Menschen stärker in den Mittelpunkt rücken, die täglich im Wald arbeiten, werden wir die vor uns liegenden Aufgaben erfolgreich bewältigen können.

Dazu gehören insbesondere:

  • Waldumbau und Pflegemaßnahmen,
  • Umweltbildung,
  • Forschung,
  • Naturschutz,
  • sowie die nachhaltige Nutzung des Rohstoffs Holz.

Mit unserer Kampagne WALD KLIMA SCHUTZ setzen wir uns als IG BAU weiterhin dafür ein, diese Themen sichtbar zu machen – und fordern mehr Fachkräfte für den Erhalt unserer Wälder:

Mindestens 11 000 zusätzliche qualifizierte Fachkräfte.
Eine Fachkraft mehr auf 1 000 Hektar Wald.


Zur Website der Kampagne WALD KLIMA SCHUTZ:
deine.igbau.de/waldklimaschutz